100% ee

Die Stadt Solms hat Grund zur Freude, denn seit Sommer 2015 kann sie sich „100- Erneuerbare-Energie-Region“ nennen.

Seit dem 1. Juli 2015 ist es offiziell: Solms ist rund 2 Jahre nach der Ernennung zur „100ee-Starterregion“ vom Kasseler Institut dezentrale Energietechnologien (IdE) als „100%-Erneuerbare-Energie-Region“ aufgestiegen.

Seit der ersten Bewerbung der Stadt Solms und Aufnahme als 100ee-Starterregion im Jahr 2011 sind deutliche Fortschritte auf dem Weg zur 100ee-Region erkennbar. Hervorzuheben sind dem Institut zur Folge die hohe Qualität des Klimaschutzkonzeptes und das Engagement der Energieversorger enwag und Gasversorgung Lahn-Dill bei dessen Erstellung, welches eine überdurchschnittlich gute Datenbasis legt. Weiterhin wurde auch die Schaffung von Strukturen in der Verwaltung durch die Einstellung einer Klimaschutzmanagerin positiv bewertet. Durch die erhöhten personellen Kapazitäten wurden die Aktivitäten in den Bereichen Beratung, Netzwerkarbeit und Öffentlichkeitsarbeit deutlich gestärkt. Auch der tatsächliche Anteil der erneuerbaren Energien an Strom- und Wärmebedarf hat sich seit der letzten Bewerbung signifikant erhöht. Beispielsweise wurden im Jahr 2010 6,5% des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt und im Jahr 2013 waren es bereits 14%, was mehr als einer Verdoppelung entspricht. Entwicklungspotenzial wird z.B. in den Bereichen Einbindung von Wirtschaftsbetrieben und regionaler Netzwerkbildung, unternehmerischem und zivilgesellschaftlichem Engagement sowie nachhaltiger Mobilität gesehen.

Ein weiterer Meilenstein für den Klimaschutz folgte nach der Antragsstellung zur 100ee-Region im Juni 2015: Das neue Blockheizkraftwerk der Solmser Kläranlage ging in Betrieb. Durch die effektivere Nutzung von Energie werden mit der neuen Anlage bis zu 50.000€ / Jahr eingespart, was nicht nur gut für den Klimaschutz ist sondern sich auch positiv auf die Abwassergebühren auswirken wird.

Die Urkunde zur „100ee-Region“ wurde am 10. November 2015 auf dem Kongress „100% Erneuerbare-Energie-Regionen“ in Kassel an Bürgermeister Frank Inderthal überreicht.

Anlässlich der Ernennung zur 100ee-Region wurde ein Banner erstellt, welches hier zum Download für Sie bereit steht.

Rückblick: 2012 überreichte Dr. Wolfhardt Dürrschmidt (Bundesumweltministerium) die Urkunde zur „100ee-Starterregion“.

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Die Urkunde wurde beim Kongress in Kassel im September 2012 feierlich durch Dr. Wolfhardt Dürrschmidt (Bundesumweltministerium) überreicht.

Damals waren die folgenden Gründe ausschlaggebend für Die Ernennung der Stadt Solms als „100ee-Starterregion“:

Die Stadt Solms verfügt über einen günstigen Zuschnitt, um das Ziel einer bilanziellen Vollversorgung mit erneuerbaren Energien anzustreben. Sie orientiert sich mittelfristig an den politischen Vorgaben des Regionalplans / des Landes Hessen. Mit der Gründung der Energiegenossenschaft Solmser Land eG und der Errichtung des Solarparks am Galgenberg wurden zwei wichtige Meilensteine für die regionale Energiewende realisiert. Der örtliche Energieversorger E.ON Mitte stellt Mittel über die EAM gGmbH für Energieeffizienzmaßnahmen bereit – die Stadt Solms ist der EAM gGmbH als Gesellschafterin beigetreten. Weitere wesentliche Schritte sind eingeleitet: die Erstellung eines Energiekonzeptes, die Einführung eines Liegenschaftsmanagements, die Prüfung im Hinblick auf geeignete Standorte für Windkraftanlagen, ein Arbeitskreis für Energieeffizienz. Für die Etablierung eines dauerhaften Prozesses wird der Aufbau eines breiten Netzwerkes (aus Finanzinstituten, lokaler Handwerkerschaft, Unternehmen, örtlicher Presse, Vertretern aus dem Landkreis etc.) empfohlen.

Hintergrund:

Das Projekt „Entwicklungsperspektiven für nachhaltige 100%-Erneuerbare-Energie-Regionen in Deutschland“ (100ee-Regionen) identifiziert, begleitet und vernetzt Regionen, Kommunen und Städte, die ihre Energieversorgung auf lange Sicht vollständig auf erneuerbare Energien umstellen wollen (100ee-Regionen). Derzeit gibt es bereits über einhundertdreißig Landkreise, Gemeinden, Regionalverbünde und Städte in Deutschland, die dieses Ziel verfolgen und es werden immer mehr. Das Projekt unterstützt engagierte Akteure in den Regionen durch Kommunikations-, Transfer- und Vernetzungsleistungen.

Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.