Baugenehmigung

Wer in Hessen eine nach der Hessischen Bauordnung genehmigungspflichtige Baumaßnahme durchführen will, benötigt hierfür eine Baugenehmigung. Die Errichtung, Aufstellung, Anbringung und Änderung, die Nutzungsänderung, der Abbruch und die Beseitigung von baulichen Anlagen, auch von Werbeanlagen, bedürfen der Baugenehmigung, soweit die Hessische Bauordnung (HBO) nicht nach §§ 55 oder 56 HBO ausdrücklich eine Genehmigungsfreiheit vorsieht.

Der Bauantrag sollte frühzeitig vor dem geplanten Baubeginn gestellt werden, da ohne Genehmigung mit der Ausführung nicht begonnen werden darf. Ein vollständiger Bauantrag ist wesentliche Voraussetzung für ein reibungsloses und kurzes Verfahren. Der Bauantrag muss schriftlich mit allen für die Beurteilung des Bauvorhabens erforderlichen Unterlagen (Bauvorlagen) eingereicht werden. Je nach Genehmigungsverfahren und Vorhaben werden unterschiedliche Unterlagen erforderlich. Beachten Sie dabei, dass ein Bauantrag u.U. zurückgewiesen werden kann, wenn die Unterlagen nicht vollständig sind.

Das jeweilige Verfahren bestimmt die Hessische Bauordnung, z.B.

§ 55 HBO – Baugenehmigungsfreie Vorhaben

§ 56 HBO – Baugenehmigungsfreie Vorhaben im beplanten Bereich

§ 57 HBO – Vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren

§ 58 HBO – Baugenehmigungsverfahren

Anlage 2 zu § 55 HBO enthält eine Aufzählung von Vorhaben, die laut Hessischer Bauordnung baugenehmigungsfrei sind.

Die Einhaltung der materiellen Anforderungen des Bauordnungsrechts liegt grundsätzlich allein im Verantwortungsbereich der Bauherrschaft, insbes. auch der durch die Bauherrschaft beauftragten am Bau Beteiligten (Entwurfsverfasser, Bauleiter etc.)!

Die Baugenehmigung ist die Erlaubnis der Bauaufsichtsbehörde, dass Sie so bauen können wie beantragt und von einem Architekten oder Ingenieur in den Bauvorlagen beschrieben. Die Baugenehmigung enthält die behördliche Feststellung, dass dem Bauvorhaben keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften entgegenstehen. Ein Bauherr, der ein Gebäude ohne Baugenehmigung errichtet, riskiert neben empfindlichen Bußgeldern den Abriss des Gebäudes. Die Genehmigung ist zeitlich befristet, mit Auflagen verbunden und muss auf der Baustelle verfügbar sein.

Die Baugenehmigung erlischt, wenn Sie nicht innerhalb von drei Jahren nach der Erteilung der Genehmigung mit der Bauausführung beginnen oder wenn die Bauausführung nach diesem Zeitraum ein Jahr unterbrochen worden ist. Die Frist kann mit einem schriftlichen Antrag um jeweils bis zu drei Jahre verlängert werden.

Erforderliche Unterlagen

  • Antrag auf Baugenehmigung
  • weitere Bauvorlagen, das sind in der Regel:
    • Lageplan
    • Bauzeichnungen
    • Baubeschreibung (Formular Baubeschreibung)
    • Darstellung der Grundstücksentwässerung
    • eventuell bautechnische Nachweise (bei bautechnischer Prüfung)
    • eventuell Angaben zu gewerblichen Anlagen (Vordruck)
    • technische Angaben zu Feuerungsanlagen (Vordruck)
  • Erhebungsbogen für die Statistik über die Bautätigkeit im Hochbau (Baugenehmigung – Bauüberhang – Baufertigstellung oder Abgang – Abriss – Nutzungsänderung) in zweifacher Ausfertigung

An wen muss ich mich wenden?

Bauherren, die in Solms bauen wollen, wenden sich mit einem Bauantragsverfahren nach §§ 57 oder 58 HBO an den Kreisausschuss des Lahn-Dill-Kreises, Abteilung Bauen und Umwelt, Fachdienst Bauaufsicht. Die Stadt Solms wird im Rahmen einer Stellungnahme von der Bauaufsicht am Baugenehmigungsverfahren beteiligt.

Verfahren nach § 56 HBO werden parallel beim Kreisausschuss des Lahn-Dill-Kreises, Abteilung Bauen und Umwelt, Fachdienst Bauaufsicht, und bei der Bauverwaltung der Stadt Solms eingereicht.

Bauanzeigen nach § 55 HBO sind lediglich bei der Stadt Solms einzureichen.

Hinweise

Der Bauvorlagenerlass mit entsprechenden Anlagen und Formularen ist auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung eingestellt! Die Formulare können am PC in Acrobat Reader ausgefüllt und ausgedruckt werden.

Abteilung Bauverwaltung

Frau Kerstin Caetano
Tel: 06442 910-28
E-Mail