Angebote für Jugendliche sollen in Burgsolms zentralisiert werdenSolms-Albshausen (lr/sap). Solms fehlen als Kommune allein dieses Jahr 2,9 Millionen in der Kasse. Der Sparzwang der Stadt trifft angesichts des Defizits nun auch die Jugendräume in den Stadtteilen. Ende Juli wird als erstes das Internetcafé in Albshausen geschlossen. Das Parlament hatte bereits im Juni 2010 beschlossen, das städtische Angebot für Kinder und Jugendliche künftig auf das Jugendzentrum in der Burgsolmser Stadionstraße zu konzentrieren und so jährlich 25 000 Euro einzusparen. Allerdings hatte der Sozialausschuss im Anschluss angemerkt, der Prozess müsse in Schritten erfolgen. In Oberbiel und Niederbiel sei die Zusammenarbeit mit den Grundschulen deshalb verstärkt worden, so Bürgermeister Frank Inderthal (SPD). Er erklärte zugleich, dass die Stadt hinter den Grundsatzbeschluss nicht zurückkönne, zumal dieser bei der Kommunalaufsicht als Teil der Haushaltskonsolidierung eingereicht wurde.
In Oberbiel steht die Schließung an, sobald sich ein Käufer für die ehemalige Verwaltungsstelle findet. Bisher lägen die Angebote für das Gebäude jedoch noch deutlich unter den gewünschten 150 000 Euro. In Niederbiel geht es darum, den Jugendraum in der Mehrzweckhalle statt dessen als Kleiderkammer der noch ausgelagerten Feuerwehr zu nutzen. Mittlerweile sei aus dem Stadtteil aber auch die Forderung nach einer Begegnungsstätte der Generationen laut geworden, so Inderthal.
Ehemalige Verwaltung in Albshausen wird zur Krippe umgebaut
In der ehemaligen Verwaltungsstelle von Albshausen, die in den vergangenen elf Jahren als Internetcafé in der Schulstraße Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche war, wird ab Sommer für die zentrale Krippe der unter Dreijährigen ausgebaut, so der einstimmige Beschluss des Stadtparlaments. Die ebenfalls dort ansässige Post und die Burschenschaft hätten bereits alternative Räume gefunden, so Rathauschef Inderthal.
Bis zu 15 Jugendliche nutzten anfangs dienstags die zwei Stunden pro Woche, um im Internetcafé für Hausaufgaben zu surfen, zu spielen oder Tipps zum Umgang mit Computer und Internet zu bekommen. Begleitet wurden sie in Albshausen von Marianne Peter von der Kinder- und Jugendförderung sowie vom Internetarchitekten Guy Sagnes. Die PCs waren meist ausrangierte Geräte aus der Verwaltung oder aus Unternehmen. Derzeit hat das Internetcafé vier gut funktionierende Computer, die durch eine geringe Kapazität der DSL-Leitung allerdings eingeschränkt sind.
Um über die Zukunft zu reden, hatte die Stadt mit Jugendförderung und Bürgermeister diese Woche alle Kinder und Jugendlichen in Albshausen eingeladen. Allerdings nutzten nur vier junge Leute diese Chance, darunter drei über 20-Jährige und ein 13-Jähriger, der die eigentliche Zielgruppe des Angebots vertrat.
"Das finde ich blöd", kommentierte der 13-jährige Dennis Traudt die Schließung. Fast jede Woche ist er im Internetcafé und hofft, dass die Einrichtung doch noch zu retten ist. Auch Anna Tschermakowa (22) kommt seit sieben Jahren regelmäßig in der Schulstraße. Sie findet die Entscheidung "sehr schade". Auch der Bäcker und der Metzger seien im Ort schon geschlossen.
Es sei für den Magistrat schwer ein Angebot aufrechtzuerhalten, sagte Inderthal, wenn es von den Jugendlichen schlecht angenommen werde. Regelmäßig kämen ins Internetcafé nur sechs bis acht Jugendliche. Der Bürgermeister schlug vor, die PCs aus Albshausen im Jugendzentrum in Burgsolms aufzustellen. Dort könne dann mehrmals in der Woche geöffnet werden, morgens als Senioren-Internetcafé sowie nachmittags für Jugendliche und möglicherweise später auch generationenübergreifend.
Der Bürgermeister hatte außerdem die ebenfalls in der Schulstraße beheimateten ehemaligen Praxisräume von Hausarzt Georg Müller als neuen Standort ins Gespräch gebracht. Dort ist auch der Heimat- und Geschichtsverein mit seinen Exponaten untergebracht. Allerdings seien für diese Räume noch viele Fragen offen. Einen teuren Umbau lasse der Haushalt nicht zu. Eventuell könne ein Raum zur Jugendbegegnung bereitgestellt werden.
In der Kirchengemeinde Albshausen gibt es laut Stadt dagegen keinen Raum, um die Computer aufzustellen. Das habe eine Anfrage ergeben. Die Stadt könne sich jedoch vorstellen, wie in anderen Ortsteilen mit den Schulen, in Albshausen mit der Jugendarbeit der Kirche zu kooperieren, so der Solmser Rathauschef. "
Quelle: Solms-Braunfelser-Zeitung, 16.06.2011
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