Schnelles Internet

LOGO LahnDillBreitband-1

 

 

 

DATENAUTOBAHN Kreis und Telekom schließen Vertrag / Unternehmen stellt Pläne vor

VON JÖRGEN LINKER

Dillenburg/Haiger/ Herborn/Wetzlar. Kreis und Telekom haben am Dienstag in Dillenburg den Vertrag zum Ausbau der schnellen Internetverbindungen im Lahn-Dill-Kreis unterzeichnet. Zudem stellte das Unternehmen seine Pläne vor, wann es in welchen Orten ausbauen will.

Der Vertrag sieht vor: Die Telekom soll ab 1. August Glasfaserkabel im Lahn-Dill-Kreis verlegen und so die Bürger und Gewerbetreibenden mit schnellen Internetverbindungen ausstatten. Schnell heißt: Sie sollen Datenmengen von mindestens 30 MBit pro Sekunde aus dem Internet herunterladen können. Die Arbeiten sollen längstens 30 Monate dauern, also spätestens zum 31. Januar 2017 beendet sein.

Ob und wo Bürger danach auf schnelles Internet zugreifen wollen, bleibt ihnen überlassen. Die Telekom muss ihr Datennetz dann auch anderen Telekommunikationsunternehmen zur Verfügung stellen. Somit können Bürger und Gewerbetreibende ihre Verträge mit der Telekom, aber auch beispielsweise mit Vodafone, 1&1 oder Unitymedia schließen – wenn sie die schnelleren Internetverbindungen nutzen wollen.

■ Ausbau im Lahn-Dill-Kreis erfolgt in sieben Abschnitten, Start ist in Bischoffen

Laut Telekom haben im Lahn-Dill-Kreis bislang nur 40 Prozent der Kunden Zugriff auf Internet mit 25 MBit pro Sekunde, auf Internet mit 50 MBit pro Sekunde „so gut wie gar niemand“.

Der Vertrag wurde in der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Dillenburg unterzeichnet. Landrat Wolfgang Schuster und Vize-Landrat Heinz Schreiber unterzeichneten für den Kreis, für die Telekom der Vorstandsbeauftragte für den Breitbandausbau in Deutschland, Ulrich Adams, sowie Referent für Planung und Projektierung, Furat Dalar.

Hermann Steubing, Burghard Loewe, Manfred Orth und Klaus Bernhardt zeigten sich erleichtert, dass es endlich so weit ist. Die Vertreter der Bürgermeister, IHK und Kreisverwaltung bildeten gemeinsam mit Landrat Schuster eine Steuerungsgruppe der Lahn-Dill-Breitband-Initiative. Sie hatten das Projekt im Hintergrund vorangetrieben. IHK-Geschäftsführer Andreas Tielmann sprach den „Dank der heimischen Wirtschaft“ aus. Telekom-Vertreter Adams sagte: „Jetzt fängt es erst richtig an.“ Der Ausbau starte in Bischoffen und solle im Uhrzeigersinn fortgesetzt werden. Insgesamt 350 Kilometer Glasfaserkabel will die Telekom verlegen. Dazu müssen 180 Kilometer Gräben gebaggert werden. Auf den restlichen Strecken von insgesamt 170 Kilometern liegen bereits leere Rohre. Das Kabel muss dort nur hindurch gelegt werden. Erster Spatenstich ist am 1. August um 14 Uhr in Bischoffen.

Die Telekom will im Lahn-Dill-Kreis in sieben Abschnitten ausbauen. Jeder Abschnitt dauert etwa zwölf Monate, am Anfang stehe jeweils die Planung und die Absprache mit den Bauämtern der Kommunen, „wo genau die Kabel verlaufen und die Kabelverzweiger stehen“ (Adams).

Sobald ein Abschnitt begonnen wurde, soll zwei, drei Monate später schon der nächste starten. Die Arbeiten in den Abschnitten werden sich also überlappen. Demnach könnte der erste Ausbauabschnitt mit unter anderen Bischoffen, Siegbach und Hohenahr bereits im August 2015 über schnelle Internetverbindungen verfügen.

Die sieben Ausbauabschnitte (Orte, die nicht aufgelistet sind, müssen laut Telekom nicht neu erschlossen, sondern die Anschlüsse nur „upgegradet“, also aufgerüstet werden; Wetzlar und Lahnau werden von der Telekom bereits ausgebaut):

■ 1. Abschnitt: die Gemeinden Bischoffen, Hohenahr und Siegbach, die Aßlarer Stadtteile Bechlingen, Bermoll und Oberlemp, die Ehringshäuser Ortsteile Breitenbach, Dreisbach und Niederlemp, die Mittenaarer Ortsteile Bicken, Ballersbach und Bellersdorf sowie die Herborner Stadtteile Burg und Herbornseelbach.

■ 2. Abschnitt: die Stadt Braunfels plus Stadtteile Neukirchen und Philipp-stein, die Gemeinden Hüttenberg, Schöffengrund, und Waldsolms.

■ 3. Abschnitt: die Aßlarer Stadtteile Berghausen und Werdorf, der Braunfelser Stadtteil Bonbaden, Ehringshausen plus Ortsteile Daubhausen und Dillheim sowie die Stadt Solms.

■ 4. Abschnitt: die Gemeinden Driedorf, Greifenstein, die Stadt Leun sowie die Ehringshäuser Ortsteile Greifenthal und Katzenfurt.

■ 5. Abschnitt: die Stadt Dillenburg plus ihren Stadtteilen Eibach, Niederscheld und Oberscheld, die Stadt Herborn plus Stadtteile Amdorf, Burg Guntersdorf, Merkenbach sowie Uckersdorf.

■ 6. Abschnitt: die Gemeinde Breitscheid, die Eschenburger Ortsteile Eibelshausen, Eiershausen, Hirzenhain, Hirzenhain-Bahnhof und Wissenbach, die Dillenburger Stadtteile Donsbach, Frohnhausen, Manderbach, Nanzenhausen und weitere Teile der Kernstadt sowie der Haigerer Stadtteil Sechshelden.

■ 7. Abschnitt: die Eschenburger Ortsteile Roth und Simmersbach, die Gemeinde Dietzhölztal sowie die Stadt Haiger mit sämtlichen Stadtteilen außer Sechshelden.

Quelle: Solms-Braunfelser-Zeitung, 24.07.2014