Rückblick 2013

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Der Veranstaltungssommer 2013 in Solms

“Miteinander sind wir Solms“  Obwohl die Stadt Solms im Jahr 2013 nicht zu den Landessiegern beim Städtewett-bewerb “Ab in die Mitte! Die Innenstadt-Offensive Hessen“ gehörte, wurde dennoch das bei der Bewerbung eingereichte Programm erfolgreich umgesetzt. Unter dem Motto „Miteinander sind wir Solms“ wurde der im Jahre 2011 begonnene Prozess der Steigerung der Wohn- und Aufenthaltsqualität in der Burgsolmser Innenstadt fortgeführt.

Bis zum Jahr 2010 gab es außer dem Weihnachtsmarkt keine Veranstaltungen mehr in der Ortsmitte. Die in den Jahren 2011, 2012 und 2013 umgesetzten „Ab in die Mitte“ Veranstaltungen fanden unter großer Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger in Solms statt. Diese für die Bürger neue öffentlichkeitswirksame Inszenierung der Innenstadt hat die Funktionalität der Stadtmitte erheblich erweitert und nachhaltig gestärkt, sodass der Burgplatz mittlerweile der akzeptierte, kleine Veranstaltungsort für Aktionen und Feste geworden ist und die Stadtmitte zu einem Treffpunkt für gemeinsame Erlebnisse, für Bürgerdialog und Diskussion.

Die zurückliegenden drei „Ab in die Mitte“-Jahre haben Veränderungen angestoßen und herbeigeführt. Die Resonanz ist beachtlich und hat den Bürgerinnen und Bürgern bewusst gemacht, dass sie etwas bewirken können wenn sie es nur wollen – wenn sie mitmachen und sich einbringen.

Folgende Aktionen wurden im Veranstaltungssommer 2013 durchgeführt:

Der Kreativ-Wettbewerb „Miteinander sind wir Solms“
„Alt und Jung – der demografische Wandel in Solms“ hieß das Motto der AidM_KreativwettbewerbAuftaktveranstaltung. Es war ziemlich laut im Festzelt auf dem Burgplatz während der Vorträge, und nicht alle der über 300 Besucher fanden im Innenraum Platz. Höhepunkt war ein Top-Referat von Dr. Ulf Häbel in dem er anhand seines Projektes „DorfSchmiede“ erläutert wie es funktioniert, in Würde in den eigenen vier Wänden zu altern und nicht den Anderen zur Last zu fallen. Am Tag zuvor konnten die Solmser anhand des Alterssimulationsanzuges Age-Explorer einen Eindruck darüber bekommen, wie sich das tägliche Leben im Alter anfühlt.

Wie wollen Sie in Solms in 20 Jahren leben?

Das ist die Frage, mit der sich die Kommunalpolitik noch auseinandersetzen muss. Fantasien anregen, Alt und Jung mitgestalten lassen, sei der richtige Ansatz.

Zu Beginn der Veranstaltung hatten die Kinder der Burgsolmser Grundschule nach der Melodie von Michel aus Lönneberga „Mein Solms“ gesungen. In ihrem eigenen verfassten Text forderten sie autofreie und raucherfreie Tage, setzten sich für das Schwimmbad ein und für Plätze ohne Hundekot. Die Grundschule aus Oberndorf stellte Ergebnisse der Projektwoche zum Thema Solms vor und lud den Bürgermeister zu einem Schulbesuch mit Interview ein. Die jungen Oberndorfer plädierten für den Erhalt von Schulen, Spielplätzen und des Schwimmbades. Die Schüler der Niederbieler Grundschule zeigten anhand eines Modells, wie aus ihrer Sicht ihre Schule mit Umgebung aussehen sollte.

Der Jahrgang 5 der Gesamtschule Solms hat sich den Sommer über mit dem Thema „Gemeinsam gestalten wir Solms“ auseinandergesetzt und ihre maßstabsgetreuen Modelle, wie sie sich Solms in der Zukunft vorstellen, in einer eigenen Veranstaltung am 24.11.2013 in der Taunushalle präsentiert. 150 Fünftklässler hatten fantasievolle Modelle ihrer Visionen für die Stadt gestaltet, die sie 350 Besuchern in der Taunushalle vorstellten. Im Unterricht der Gesellschaftslehre hatten sie Solms zunächst erkundet, um im Kunstunterricht danach kreativ tätig zu werden. Flaschen, Kartons, Papprollen, Plastikmüll verwendeten die Kinder genauso wie Schnüre, Draht oder Klebeband. All das bearbeiteten sie mit Holzmehl und malten die Skulpturen an. Für die Gestaltung eines neuen Solmser Stadtteils nahmen sich die Schüler den Künstler Friedensreich Hundertwasser zum Vorbild. Als „Architekturdoktoren“ ermittelten sie den Ist-Zustand von Solms und überarbeiteten auf Kopien die grauen Gebäude in Farbe und Form. Nach der Überlegung, welche Gebäude und Einrichtungen es in einer Stadt überhaupt geben muss und wie diese angeordnet sein müssten, hatten die Schüler einen Stadtplan erstellt. Die fantasievollen Modelle stellten sie der Öffentlichkeit vor. Inhaltlich wichtig war es den jungen Künstlern, dass ein Solms entsteht, in dem „junge und alte Menschen friedlich miteinander leben, sich gegenseitig helfen“, ganz in Sinne von Bürgermeister Inderthal, der die „Stadtplaner der Zukunft“ zu den Arbeiten beglückwünschte.

Das neue Solms hatte einen Zoo, ein Krankenhaus, ein futuristisches Kino, ein Museum, ein umgestaltetes Rathaus, eine neue Kirche, Seniorencafé, Polizeistation, Kindergärten, ein Schwimmbad, ein Altenheim und ein zu Hause für Menschen mit Behinderungen. Junge und alte Menschen profitieren voneinander, so die Schüler. Junge, in dem sie Dinge von den älteren Menschen lernten. Ältere, in dem die jungen Menschen Einkäufe oder das Vorlesen aus der Tageszeitung übernehmen.

 

Dritte Solmser Grillmeisterschaft „Inner de Bach“
Zum dritten Mal wurden am Solmsbach die Solmser Grillmeisterschaften ausgetragen. Fünf Dreierteams brutzelten, was das Zeug hielt und wurden dabei begleitet von begeisterten Zuschauern. Im Festzelt am Burgplatz hatte Moderator Andreas Weil vor dem Wettkampf die Teams vorgestellt und eine hochkarätige Jury begrüßt. Sie bestand aus Miriam Gertner vom Löhnberger Hotel Krone, Daniel Goldstein von Stein/Happy Kitchen and More aus Wetzlar und dem Meisterkoch Meikel Pedrana bekannt aus der hr1-Hörfunksendung „Dolce Vita“.

Wer mit dem obligatorischen Steak oder Grill¬würstchen gerechnet hatte, der wurde eines Besseren belehrt. Denn was die Hobby¬köche auf ihren Grills zauberten, ließ einem das Wasser schon beim Zuschauen im Mund zusammenlaufen: „Fontinakäse im Weinblatt, gegrillt mit Mangochutney, gegrillter Feige und Ciabattabrot“ als Vorspeise, gefolgt von „Arrosticini vom Schaf mit Joghurt-Minze-Dip und Filet vom Solmser Weiderind mit Mojorojo-Sauce“. Dazu wurde gegrilltes mediterranes Gemüse und natürlich der passende Wein serviert. Mit diesem Menü hat das Team der „Crazy Chicken“ letztendlich die Jury überzeugt und gewann den Haupt¬preis, einem Grill im Wert von 500 Euro.

 

Dritter Solmser Brückenlauf
Spaß hatten die Solmser und ihre Gastläufer beim 3. Brückenlauf „Inner de Bach“ in jedem Fall. Doch sie stellten wie seit Beginn der Veranstaltung im Rahmen der Innen-stadtoffensive „Ab in die Mitte“, das Rennen erneut in den Dienst einer guten Sache. Diesmal kommt das durch Sponsoren eingelaufene Geld dem Förderverein zugute, der sich für den Erhalt des Schwimmbads engagiert.

168 Läufer haben beim dritten Solmser Brückenlauf rund 2000 Runden gedreht. Allein die 103 Kinder liefen auf ihrem 650 Meter langen Rundkurs „Inner de Bach“ insgesamt 1400 Runden, was einer Strecke von Solms bis Budapest entspricht. 1800 Euro kamen auf diese Weise zusammen, denn jeder Läufer hatte sich vorher einen Sponsor gesucht, der pro gelaufener Runde einen bestimmten Geldbetrag für seinen Schützling investierte.

 

Kirmes in der Mitte „wej froiher“
Mit der Verlagerung der Kirmes aus dem Gewerbegebiet in die Ortsmitte wurde ein kleines Wunder vollbracht. Veranstalter waren die Vereine TV und FC Burgsolms sowie der Solmser Verkehrsverein. Ganz Burgsolms identifiziert sich wieder mit dem Volksfest und feierte in fröhlicher Gemeinschaft.

Dem gelungenen Brückenlauf am Vortag folgte ein harmonischer Abend mit „s’Kapellche“ sowie 700 Gästen, toller Stimmung und der Versteigerung des Ersten Kirmestanzes, den am Sonntag nach dem Kirmeszug dann Ingrid Portz und Andreas Klemann tanzen durften. Zuvor trafen sich die Burgsolmser zum ökumenischen Gottesdienst im Zelt, den der evangelische Pfarrer Michael Perko und der katholische Diakon Michael Weber gestalteten. Musikalisch wirkten der Männergesangverein Burgsolms unter Leitung von Dirigent Eckhard Scharf und der katholische Singkreis Sankt Elisabeth mit Linda Gundal mit.

Nachmittags formierte sich dann der Kirmeszug. Von der Taunushalle über die Georgshütten- und Brückenstraße, durch die Bahnhofsallee bis zum Festzelt in der Lindenstraße verbreiteten die Zugteil¬nehmer gute Laune. Und überall säumten Zuschauer die Straßen, winkten und schlossen sich dem Zug an, um im Zelt einen gemütlichen Nachmittag zu erleben. Bei Kaffee und Kuchen ließen es sich die kleinen und großen Burgsolmser dann gut gehen. Und nach dem ersten Kirmestanz nutzten viele weitere Paare die Gelegenheit zu den Klängen der Viktoria-Combo zu tanzen. Die Kapelle, die auch schon beim Festzug dabei war, sorgte in bewährter Form für Kirmesstimmung bis weit in den Abend hinein.

Am Montag, dem letzten Kirmestag, kamen die Burgsolmser zum traditionellen Früh-schoppen zusammen und ließen bei Musik und Freibier ihre Kirmes ausklingen. Bürgermeister Frank Inderthal freute sich, dass ganz nach dem Motto „Miteinander sind wir Solms“ viele Kinder bei der Kirmes dabei waren.

 

Lesung im Leerstand
Am Samstag gegen 19:30 Uhr im Hinterhof der Lindenstraße Nummer 26 in Burgsolms: Im großen Zelt ist kaum ein Sitzplatz mehr frei. Gut 70 Gäste warten darauf, dass das Heimspiel von Zoë Beck alias Henrike Heiland, gebürtig in Solms und jetzt Wahl-Berlinerin, endlich losgeht. Die Lesung bedeutete in diesem Zusammenhang eine Premiere.

Es ist in keinem Fall zu hoch gegriffen, von einem vollen Erfolg zu sprechen, gerade wegen der Klasse von Zoë Beck. Sie hatte 2012 mit ihrem Roman „Das zerbrochene Fenster“ eine Platzierung auf der KrimiZEITBestenliste erreicht. Zum Auf¬takt liest die Wahl-Berlinerin ihre Erzählung „Stilles Wasser“ aus der im März erschienenen Anthologie „Heide, Harz und Hackebeil“. Dass die Schriftstellerin auch lustig kann, wird beim Text „Leaving Lüdenscheid, oder: Opa muss weg“ klar.

Dem Publikum, das eifrig applaudierte, gefiel’s ganz augenscheinlich. Genauso wie das Bonbon zum Schluss. Die Gäste können die ersten zwei Kapitel aus dem neuen Roman „Brixton Hill“, der im Dezember erscheint, hören.

 

Federweißenfest
Wie in einer Straußwirtschaft konnten sich die rund 800 Solmser fühlen, die am Samstag zum vierten Federweißenfest im Rahmen der „Ab in die Mitte“-Veranstaltungs¬reihe gekommen waren. Unter dem Motto „Miteinander sind wir Solms“ saßen und standen die Gäste rund um die historische Hofreite des Weinhauses Müller und genossen den Herbstauftakt mit der spritzig-köstlichen Spezialität, dem noch sehr jungen Wein, der gerade mal eben das Gären begonnen hat. 300 Liter des prickelnden Rebensaftes hatte Michael Müller aus der Pfalz geholt. „Dort gibt es den Besten“, so der Kenner. Michael Böhrer vom „Salt and Pepper“ hatte 20 Bleche Zwiebelkuchen vor¬bereitet, die Ernst-Ludwig Veith im Backhaus in den Ofen schob, so dass köstlicher Duft die Lindenstraße durchwehte, die zur Feier des Tages gesperrt war.

Große und kleine Solmser aus allen Teilen der Stadt zeigten sich als große Genießer und fühlten sich in der romantischen Hofreite Müller rundum wohl.

Bis in die Nacht saßen die Freunde guter Gastlichkeit beisammen. Mit bekannten Mundartliedern zum mitsingen zogen Andreas Weil und Michael Wagner wie die Musikanten beim „Heurigen“ in Wien von Tisch zu Tisch, griffen in die Saiten ihrer Gitarren, hatten schnell die Sänger auf ihrer Seite und brachten die Solmser Mitte zum klingen.

 

Ökumenisches Gemeindefest zum Erntedank
Die Ökumenische Andacht wurde unter Beteiligung der evangelischen und katholischen Kirchen¬gemeinde mit anschließendem Fest mit Buffet zum Erntedank begonnen. Speisen aus herbst¬lichen Früchten und Gemüsen brachten die Teilnehmern zur all¬gemeinen Ver¬kostung mit. Musikalisch gestaltet wurde das Ganze vom evangelischen Pfarrer, Herrn Michael Perko, und dem katholischen Priester, Herrn Dr. Christof May.