Projekte und Umsetzungsstrategie

Projektideen und Maßnahmenvorschläge

Auf Basis der Ergebnisse in den Arbeitskreisen (Entwicklungsziele und Themenschwerpunkte), wurden in der anschließenden Phase der Projektgruppenarbeit konkrete Projektideen und Maßnahmenvorschläge erarbeitet.

Ergebnisse der Projektgruppenarbeit
Die Projektgruppen haben je nach Thematik ihre Ergebnisse unterschiedlich zusammengefasst und dargestellt. Als Ergebnis wurden i.d.R. eine Übersichtskarte mit eingetragenen Projektvorschlägen sowie ein Bericht vorgelegt:

Projektgruppe „Tourismus und Kulturhistorie“

  • Maßnahmenvorschläge „Wanderwege“: Neue Wander- und Spazierwege, touristische Infrastruktur
  • Fokus auf verschiedene kleine Rundwege, angeschlossen an überregionale Wanderwege
  • Maßnahmenvorschläge „Radwege“:
    –    Gefahrenstellen, Alternative Routenvorschläge…
  • Maßnahmenvorschläge „Touristische Attraktionen“:
    –    Kulturgeschichtliche und sonstige Attraktionen, die ins Wegenetz eingebunden werden sollen

Projektgruppe „Gewässerentwicklung/Hochwasserschutz“

  • Maßnahmenvorschläge „Hochwasserschutz am Solmsbach“
    –    Hochwasserschutzplan, Verbesserung des Hochwasser-abflusses
  • „Wasserrückhaltung im Wald“
    –    Vorschlag zu Bereiche für Wasserrückhaltung
  • Maßnahmenvorschläge „Gewässerrenaturierung – Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie“
    –    Gewässerrenaturierung, Ufergehölze, Feuchtbiotope…

Projektgruppe „Biotopvernetzung“

  • Maßnahmenvorschläge „Biotopentwicklung im Wald“
    –    Prozessschutzflächen im gesamten Stadtgebiet
  • Maßnahmenvorschläge „Biotopentwicklung im Offenland“
    –    Neu- und Nachpflanzung von Hochstammobstbäumen, Entbuschung von Streuobstwiesen.

Sowohl die Prozessschutzflächen im Wald als auch die Streuobstbestände könnten als Ausgleichsmaßnahme genutzt werden. Die Prozessschutzflächen wären auch für ein Ökokonto geeignet. Mit beiden Maßnahmen würde der Flächendruck durch Ausgleichsbedarf auf landwirtschaftliche Fläche gemindert

Projektgruppe „Ausgleichsmanagement“

  • Informationsgrundlage für Maßnahmen zur Biotopvernetzung und Ausgleichsplanung
    –    Welche Flächen sind bereits belegt?
    –    Wo ergeben sich Ansatzpunkte für Vernetzung von Ausgleichsflächen?

Projektgruppe „Agrarstruktur und Kulturlandschaft“

  • Wegenetz (z.B. wichtige Wege, sanierungsbedürftige Wege)
  • Flächenstrukturen (günstige Bewirtschaftungseinheiten)
  • Maßnahmen zur Pflege der Kulturlandschaft (z.B. Entbuschung Streuobstwiesen, Pflege Gehölze)
  • Gewässerentwicklung und Wasserrückhaltung im Wald (z.B. Sickermulden, Renaturierung, Beseitigung Verrohrung)

Bewertung / Einordnung der Ergebnisse der Projektgruppe:

  • Verbesserungsbedarf bei Flächen und Wegen ist vorhanden und wurde dargestellt
  • Umfang und Form der Umsetzung sind noch zu diskutieren:
    –    Zur Umsetzung über Flurbereinigung besteht in der Land-wirtschaft noch Klärungsbedarf (Vermeidung negativer Aus¬wirkungen)
    –    Vorschläge sind tlw. auch außerhalb von Flurbereinigungs-verfahren umsetzbar (z.B. Ausgleich- und Gewässermaßnahmen)
    –    Die Entscheidung, wie Maßnahmen umgesetzt werden, soll in enger Abstimmung mit den Landwirten erfolgen!

Chancen zur Umsetzung
Die Projekte müssen daraufhin überprüft werden, ob ihre Realisierung unter den gegebenen Rahmenbedingungen (z.B. politisch, organisatorisch oder finanziell) möglich ist. Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung eines Projektes ist, dass bei den relevanten Akteuren und insbesondere bei den politischen Entscheidungsträgern ein ausreichender Wille zur Umsetzung vorhanden ist und Konsens darüber herrscht, dass es sich um ein sinnvolles und notwendiges Projekt handelt.

Darüber hinaus ist in Zeiten knapper Kassen die Finanzierbarkeit eines Projekts ein wesentliches Auswahlkriterium. Hier sind nicht immer die eigentlichen Kosten entscheidend, sondern ob über öffentliche und private Träger oder über Fördermöglichkeiten Geldmittel aufgebracht werden können. Hier spielt die Förderung im Rahmen der Flurneuordnung eine besondere Rolle bzw. stellt eine besondere Chance dar.

Entscheidend für die Umsetzung ist weiterhin das Vorhandensein eines Projektträgers oder Verantwortlichen. Ist kein Akteur (z.B. Vereine, Verbände, Kommunalverwaltungen, Private) bereit, diese Aufgabe zu übernehmen, und gibt es keine ausreichenden personellen Ressourcen für die Durchführung eines Projekts, wird die Umsetzung nur schwer erfolgreich sein. Müssen personelle Ressourcen erst geschaffen werden, verzögert und erschwert dies die Umsetzung eines Projektes.

Wirkung des Projektes
Wesentliches Merkmal des SILEK-Prozesses ist sein integrativer Charakter. Demnach ist es einerseits wichtig, Akteure unterschiedlicher Bereiche bei der Realisierung eines Projekts zusammen zu bringen. Andererseits sollen die positiven Effekte eines Projektes auf mehr als einen Akteur bzw. ein Themenfeld ausstrahlen und somit Synergieeffekte erzielen.

Ein Projekt ist nur dann erfolgreich, wenn dem Aufwand bzw. den Kosten auch tatsächlich ein Beitrag zur Erhöhung der Wertschöpfung oder ein sonstiger Nutzengewinn gegenüber steht. Ein Nutzen bzw. ein Mehrwert wird insbesondere dort deutlich, wo bereits Schwächen festgestellt wurden, d.h. wo ein besonderer Handlungsbedarf erkennbar ist.

Besonders wertvoll für einen Raum sind Projekte, die neue Ideen aufgreifen, zukunftsweisende Wege zur Lösung von Problemen aufzeigen und ihm so neue Impulse für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung geben. Neben der Wirkung in der Gemeinde selbst kann die Außenwirkung wiederum besondere Effekte in der Region erzielen (Motivation, kommunale Identität etc.).

Bedeutung für die Akteure und für die Region
Insbesondere Projekte, die von den Bürgerinnen und Bürgern, aber auch von lokalen und regionalen Experten als wichtig erachtet werden, sollen als SILEK-Projekte in das Projektkonzept aufgenommen werden. Die Umsetzung lebt in starkem Maße von der Akzeptanz der Projekte und dem Engagement der Akteure. Daher fließen auch die Meinungsbilder aus den Projektgruppen und der Lenkungsgruppe zusammen mit einer gutachterlichen Bewertung auf der Grundlage von Analysen, Gesprächen und Einschätzungen bei der Auswahl der Projekte mit ein.

Projektkonzept
Aus den im SILEK-Prozess entwickelten Projektideen wurden Projekte formuliert und in einem Projektkonzept strukturiert. Das Projektkonzept ist als ein langfristiger Handlungsrahmen zu verstehen, d.h. als eine Zusammenstellung von Vorhaben, die nach und nach umgesetzt werden sollen – je nach aktuellen Schwerpunkten der Entwicklung bzw. aktuellen Handlungs- und Finanzierungsmöglichkeiten.

Das Projektkonzept wurde in der Lenkungsgruppe abgestimmt und in einem Meinungsbild bewertet. In der nachfolgenden ist das Projektkonzept im Überblick dargestellt. Die einzelnen Projekte sind dabei in Handlungsfeldern (Leitprojekten) zusammengefasst. Zu beachten ist, dass die Nummerierung der Projekte keine Rangfolge oder Gewichtung darstellt. In der ergänzenden Bewertung der Umsetzungsperspektiven werden die SILEK-Projekte u.a. im Hinblick auf Konsens, Realisierungschancen, Wirkung und Bedeutung bewertet und daraus Prioritäten abgeleitet. Gleichzeitig werden die wesentlichen Projekte in einer Maßnahmen-Übersichtskarte räumlich zugeordnet. Abschließend sind zu allen SILEK-Projekten erste Umsetzungsschritte (Startmaßnahmen) aufgeführt.

Übersicht SILEK-Projekte

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