Informationen zum Bürgerbus

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

aktuell startet das Projekt, von dem wir alle vor Jahresfrist nicht gedacht haben, dass es so rasch an Fahrt aufnehmen wird. Ich meine das ganz wörtlich. Denn der Bürgerbus, der am 1. Dezember 2019 startet, wird mithelfen, dass vor allem die älteren Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt mobil bleiben – auch ohne eigenes Fahrzeug.

Die Entwicklung der letzten Jahre hat dazu geführt, dass die Einkaufsmöglichkeiten in unseren Stadtteilen leider sehr zurückgegangen sind und es in einigen Stadtteilen überhaupt keine Gelegenheit mehr für den täglichen Einkauf gibt. Jeder Solmser Stadtteil verfügt zwar über einen eigenen Kindergarten und eine eigene Grundschule jedoch sind die Postfilialen, Supermärkte, Apotheken und Ärzte nicht mehr in jedem Stadtteil zu finden, sondern haben sich zum Teil in den Gewerbegebieten angesiedelt. Für viele ältere Menschen sind sie oft nur unter großen Schwierigkeiten zu erreichen. Eine Busanbindung (ÖPNV) jedes Stadtteils ist zwar gesichert, jedoch werden die Gewerbegebiete nicht angedient, ebenso die Solmser Freizeiteinrichtungen wie z. B. das Schwimmbad.

Der Bürgerbus ist ein kostenloser Service der Stadt Solms um vorwiegend nicht-mobilen Bürgerinnen und Bürgern die Teilnahme am öffentlichen Leben zu ermöglichen und die Geschäfte des alltäglichen Lebens zu bewältigen.

Gefahren wird der Bürgerbus von ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern aus unserer Stadt Solms. Gerne nehmen wir noch Personen in den Kreis der ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer auf. Sollten auch Sie Interesse haben, können Sie gerne Kontakt mit der Stadtverwaltung aufnehmen.

Ehrenamtliche Kräfte sorgen für den reibungslosen Ablauf. Dafür darf ich allen, die an der Vorbereitung mitgewirkt haben, herzlich da

 

Ein Teil der ehrenamtlichen Fahrer und Fahrerinnen und Sponsoren für das Projekt „Solmser Bügerbus“ v. l.: Rainer Ambrosius, Chistoph Schrehardt, Reiner Lemp, Bürgermeister Frank Inderthal, Jens Rödel, Karin Kaufmann, Dieter Hagner

Ich bin davon überzeugt, dass sich dieses Angebot sehr schnell als unverzichtbar erweisen wird. Machen Sie davon regen Gebrauch.

Hiermit gebe ich den Start frei für unseren neuen Bürgerbus. Ich wünsche ihm viele Fahrgäste und allzeit gute Fahrt!

Ihr Frank Inderthal

Bürgermeister

Der „Bürgerbus“ ist eine Förderung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.


Solms macht mobil

Bürgerbus soll ab Ende November unterwegs sein / 15 ehrenamtliche Fahrer

Von Jenny Berns

SOLMS . Am Dienstag konnten zahlreiche Kommunen ihren Bürgerbus im Hessischen Verkehrsministerium in Empfang nehmen, darunter auch die Stadt Solms. Doch was kann das Gefährt Bürgern und Kommunen bringen?

„Das Charmante daran ist doch, dass man die Mobilität im ländlichen Raum verbessern kann und das in Verbindung mit dem Ehrenamt. Die örtliche Gemeinschaft gestaltet ihr Lebensumfeld sozusagen durch aktives Tun. Das hat mir an dem Konzept gefallen“, erklärt der Solmser Bürgermeister Frank Inderthal (SPD).

Er gibt aber auch zu, dass Solms als Nachbarkommune von Wetzlar durchaus eine gute Anbindung an das Netz des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) hat. Allerdings gebe es auch Schwachstellen, beispielsweise in Oberbiel. Der Ort sei durch den ÖPNV schlecht versorgt, was auch an dem verzögerten Ausbau der B 49 liege. Im Stadtteil Albshausen gebe es ferner keine Hausarztpraxis mehr. Und es sei eine häufigere Verkehrsanbindung an das neue Ärztezentrum in Mittelbiel notwendig.

Aber: „Ich möchte den Bürgerbus bewusst nicht auf Senioren reduzieren, sondern er soll auch für Jugendliche da sein, die beispielsweise ins Freibad wollen. Hier gibt es ebenfalls keine Haltestelle des ÖPNV“, sagt Inderthal. Angeregt habe diesen Haltepunkt das Jugendforum Solms. Zudem sollen Vereine den Bus nutzen können, wenn Jugendgruppen zu Turnieren gefahren werden müssen. Weitere Nutzungsmöglichkeiten sind angedacht, so könnten möglicherweise Vereine den Bus auch für Fahrten ausleihen. Hier müssen zunächst aber noch versicherungsrechtliche Aspekte geklärt werden.

Wie und wann der Bürgerbus fahren soll, dafür hat Simone Schaub von der Stadt Solms ein Konzept erstellt, unter anderem in enger Abstimmung mit dem Seniorenbeirat der Stadt. An vier Tagen in der Woche wird der Bus im Einsatz sein. An zwei Tagen in Ober- und Niederbiel und an den anderen beiden in Burgsolms, Albshausen und Oberndorf.

An jeweils einem Tag können sich Bürger nach Anruf abholen lassen, das ist die individuelle Variante. An dem jeweils anderen Tag wird es einen Linienverkehr mit festgesetzten Haltepunkten geben. Es sind solche, die vom ÖPNV nicht angefahren werden. Zunächst soll aber der Bedarf geklärt werden, dann erst werde das Konzept vollständig ausgearbeitet, erklärt Schaub.

15 ehrenamtliche Fahrer hat die Stadt Solms bereits gewinnen können. Unter ihnen ist auch der Stadtverordentenvorsteher Dieter Hagner (SPD). Er war einer der Ersten, die sich gemeldet haben. „Ich wollte mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt er. Die Ehrenamtlichen machen derzeit den Personenbeförderungsschein und absolvieren ein Sicherheitstraining. „Wir sind aber auch noch auf der Suche nach Fahrern“, sagt der Bürgermeister.

27 000 Euro haben die Busse gekostet, die das Land im Rahmen eines Förderprogramms an die Gemeinden gegeben hat. Normalerweise liegt der Preis für einen solchen Bus bei 40 000 Euro. Ein wichtiger Aspekt, denn sollte die Gemeinde einen neuen Bus brauchen, bekommt sie ihn nicht mehr vom Land geschenkt. Auch die laufenden Kosten wie Sprit, Reifen oder Reparaturen müssen die Kommunen tragen. Finanziert werden soll dies unter anderem über Werbung auf dem Bus.

Elf Flächen stehen zur Verfügung. Fünf hat die Stadt vermarktet, für die anderen ist man auf der Suche, beispielsweise nach Unternehmen. Zudem hat Solms 5000 Euro für den Unterhalt des Busses im Haushalt vorgesehen.

Wenn die ehrenamtlichen Fahrer ihre Lizenzen und ihre Gesundheitsgutachten erhalten haben, soll der Betrieb starten. Mitte bis Ende November könnte es soweit sein, ist sich Simone Schaub sicher. Bis zu acht Personen können dann transportiert werden. Die Hoffnung der Stadt: Die Leute sollen im und über den Bus miteinander ins Gespräch kommen.

Auch in Hinblick auf das Klima soll das Angebot Vorteile bringen, auch wenn der Bus kein Elektrofahrzeug, sondern ein Diesel ist. „Aber wenn acht Personen nicht einzeln im Pkw fahren, sondern den Bus nutzen, ist das in jedem Fall ein Gewinn.“ Kosten werden die Fahrten die Bürger in jedem Fall nichts. Spenden für den Bus sind aber willkommen.

Sobald feststeht, wann der Bürgerbus startet, wird die Stadt Solms die Bürger noch über die genauen Abfahrtzeiten und Haltepunkte informieren.

Quelle: Wetzlarer-Neue-Zeitung, 28.09.2019


Bürgerbusse sollen für Mobilität sorgen

Staatsminister Axel Wintermeyer übergibt Fahrzeuge auch für vier Kreisgemeinden

WETZLAR/ WIESBADEN (red). In Hessen sind jetzt weitere 13 Bürgerbusse unterwegs, auch in Solms, Dietzhölztal, Driedorf und Hohenahr.

Der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, hat dieser Tage die Fahrzeuge an Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen aus acht Landkreisen überreicht. „Bürgerbusse sind vor allem in ländlichen Regionen eine hervorragende Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr. Sie sorgen für Mobilität und erleichtern den Menschen vor Ort beispielsweise den Besuch von Arztpraxen oder Geschäften. Sie fördern aber auch das bürgerschaftliche Engagement und den Zusammenhalt in einem Ort. Ein Bürgerbus ist ein Symbol für gelebtes Miteinander. Ich freue mich sehr, dass es in Hessen so viele Menschen gibt, die mitmachen“, sagte Wintermeyer heute in Wiesbaden.

Die Busse verbinden insbesondere kleine Ortsteile mit den Kernorten. Betrieben werden sie meist von Vereinen, am Steuer sitzen ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer. „Die ausgeprägten ehrenamtlichen Strukturen sind eine große Stärke ländlicher Gebiete. Daher haben wir dort angesetzt“, ergänzte der Chef der Staatskanzlei. „Wir wollen, dass die Menschen überall in Hessen gut leben können – egal, wo.“

Das Bürgerbus-Programm ist ein Baustein der im Februar 2018 gestarteten Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“. Mit diesem Programm trägt die Hessische Landesregierung dazu bei, die Attraktivität ländlicher Regionen zu sichern. Hessen unterstützt solche Initiativen im Doppelhaushalt 2018 und 2019 mit insgesamt 2,4 Millionen Euro. Das reicht für bis zu 60 Fahrzeuge, die über einen Rahmenvertrag mit dem hessischen Hersteller Opel beschafft werden.

Quelle: Wetzlarer-Neue-Zeitung, 28.09.2019


Fahrtwünsche können während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung Solms unter der Telefonnummer 06442 910-0 angemeldet werden.

Flyer Informationen zum Bürgerbus